"Be smart - Don´t start" - Nichtraucherwettbewerb 2003/04
Aktualisiert (Mittwoch, den 18. November 2009 um 00:24 Uhr) Geschrieben von: mhs Sonntag, den 19. September 2004 um 00:00 Uhr
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Die 8.Klasse unserer Schule nahm im Schuljahr 2003/04 mit 35 SchülerInnen (18 Mädchen und 19 Jungen = 92,1% der Klasse) am internationalen Nichtraucherwettbewerb „Be smart – Don’t start“ teil.

Dieser wird alljährlich vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kooperation, bzw. mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe e.V., der Europäischen Union, der Deutschen Herzstiftung, der Deutschen Lungenstiftung e.V., der AOK Baden-Württemberg, dem Sozialministerium, dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg veranstaltet.
Mit der Teilnahme an diesem Wettbewerb verpflichteten sich die SchülerInnen der Klasse in der Zeit von November 2003 bis April 2004 nicht zu rauchen. An unserer Schule wurde die Teilnahme an diesem Wettbewerb sowohl durch Eltern, Drogenbeauftragte und Vertrauenslehrer, als auch durch den Schularzt und Therapiekreis unterstützt und begleitet.
Die Ziele
Mit "Be Smart – Don’t Start" werden verschiedene Ziele verfolgt:
- Das Thema "Nichtrauchen" in die Schulen zu bringen und attraktiv für Schülerinnen und Schüler zu machen
- Verzögerung bzw. Verhinderung des Einstiegs in das Rauchen bei nichtrauchenden Schülerinnen und Schülern
- Einstellen des Zigarettenkonsums bei den Schülerinnen und Schülern, die bereits mit dem Rauchen experimentieren, sodass sie nicht zu regelmäßigen Rauchern werden
- Durchführung begleitender gesundheitsfördernder Maßnahmen in der Klasse
Die Regeln
- Die Schülerinnen und Schüler der Klasse entscheiden selbst, ob sie an dem Wettbewerb teilnehmen möchten oder nicht.
- In dieser anonymen oder offenen Abstimmung müssen sich mindestens 90% der Schülerinnen und Schüler für eine Teilnahme aussprechen.
- Nach Anmeldung der Klasse durch eine Lehrkraft werden die notwendigen Materialien zur Durchführung des Wettbewerbs zugeschickt.
- Die Schülerinnen und Schüler unterschreiben einen Vertrag, in dem sie sich verpflichten, in der Zeit vom November bis April des laufenden Schuljahres nicht zu rauchen.
- Die Schülerinnen und Schüler geben einmal wöchentlich an, ob sie geraucht haben oder nicht. Wenn mehr als 10% der Schülerinnen und Schüler einer Klasse rauchen, scheidet die Klasse aus dem Wettbewerb aus.
- Am Ende jedes Monats sendet die Klasse eine Postkarte an die Wettbewerbsleitung oder meldet sich online zurück, um zu bestätigen, dass sie noch im Rennen ist.

Untersuchungen der Wettbewerbe in den Vorjahren zeigten, dass diese Initiative auf große Zustimmung seitens der SchülerInnen und Lehrkräfte stößt. Die Teilnahme an diesem Wettbewerb vermag den Einstieg in das Rauchen wirksam zu verzögern. So lag der Raucheranteil in Klassen, die sich am Wettbewerb beteiligt haben, auch noch ½ Jahr nach Wettbewerbsende deutlich niedriger als in Klassen, die nicht an „Be smart – Don’t smart“ teilgenommen haben.
Unter allen erfolgreich teilnehmenden Klassen wurden am Welt-Nichtraucher-Tag 2004 eine Klassenreise nach Wien und zahlreiche Sachpreise verlost.
Seit mindestens 2.500 Jahren wird Tabak von Indianerstämmen in Amerika konsumiert. Mit der Entdeckung der Neuen Welt durch Christoph Columbus 1492 gelangte Tabak auch nach Europa. Im 16. und 17. Jahrhundert folgte dann schnell die weltweite Ausbreitung. Nicht einmal die Verhängung der Todesstrafe auf Tabakkonsum wie z.B. 1605 in der Türkei oder 1638 in Japan, wo Tabakrauchen mit Köpfen, Hängen oder Vierteilen geahndet wurde, konnte die Verbreitung des Tabaks aufhalten.
Trotz der gesundheitlichen Schäden, die durch das aktive und auch das passive Rauchen verursacht werden können, zeigen epidemiologische Untersuchungen, dass das Rauchen in Europa und in Deutschland nach wie vor ein weit verbreitetes Problem darstellt.
Im Jahr 2001 lag der Anteil rauchender Jugendlicher (im Alter von 12 bis 25 Jahren, gelegentliches oder ständiges Rauchen) nach den Befunden der „Drogenaffinitätsstudie“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bei 38%.
Eine im Jahre 1996 von der Weltgesundheitsorganisation vorgelegte Studie gibt Aufschluss über das Lebensalter, in dem in der Regel der Einstieg in den Tabakkonsum erfolgt. Im Alter von 11 Jahren haben in den meisten Ländern Europas knapp 20% der männlichen Jugendlichen erste Erfahrungen mit dem Zigarettenrauchen gesammelt. In diesem Alter berichten dies deutlich weniger Mädchen. Bemerkenswerterweise gleichen sich die Zahlen zunehmend an. Schon im Alter von 15 Jahren verfügen die Mädchen über ähnliche Erfahrungen wie die Jungen, in acht von elf untersuchten europäischen Ländern liegen die Zahlen der rauchenden Mädchen sogar über den Prozentsätzen rauchender Jungen. In den meisten Ländern haben deutlich über 50% der 15-Jährigen Erfahrungen mit dem Rauchen gesammelt.
Je früher mit dem Rauchen experimentiert wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Verhaltensstabilisierung eintritt und im Erwachsenenalter regelmäßiges Rauchen zu beobachten ist: Untersuchungen zeigen, dass ca. 60% der regelmäßig rauchenden Erwachsenen bereits im Alter von 12/13 Jahren mit dem Rauchen begonnen haben. Bei 90% der späteren Raucher lag der Beginn vor dem 20. Lebensjahr. Die Wahrscheinlichkeit, nach dem Jugendalter zum Raucher zu werden, also z.B. ab dem 20. Lebensjahr mit dem Rauchen zu beginnen, ist somit relativ gering. Gleichzeitig stellt ein niedriges Einstiegsalter den besten Einzelprädiktor für die Beibehaltung des Rauchens dar.
Der Einfluss der peer-group (Gleichaltrigengruppe) auf den Konsum psychotroper Substanzen generell ist in einer Reihe von Studien belegt worden. Er ist einer der stärksten Prädiktoren des Substanzkonsums überhaupt. Auch scheint der Einfluss der Gleichaltrigen stärker zu sein als der elterliche Einfluss. Diese Zusammenhänge sind ebenfalls für das Rauchverhalten aufgezeigt worden. Danach haben rauchende Jugendliche um ein Vielfaches mehr rauchende Freunde als Nichtraucher. Eine skandinavische Untersuchung zeigt, dass in Fällen, in denen alle Bezugspersonen rauchen (Vater, Mutter, Geschwister und Freunde) und Rauchen nicht sanktioniert wird, 90% der 15jährigen Jungen rauchen, während nur 3% der 15jährigen Jungen rauchen, wenn keine der Bezugspersonen raucht und das Rauchen sanktioniert wird.
Durch die Teilnahme an diesem Projekt wollten sich die SchülerInnen der 8.Klasse gegenseitig darin bestärken: „Be smart!“ Du musst nicht rauchen, um bei uns „in“ und „cool“ oder „älter“ und „erwachsener“ zu erscheinen. "Don't start!"
Nur eine Schülerin hat nachträglich ihre Teilnahme aufgegeben. Alle anderen hielten durch. Zwar hatten wir am Ende unter den erfolgreich teilnehmenden Klassen kein Losglück, belohnt wurden wir jedoch durch eine Reihe von Geldspenden zu Gunsten unserer 8.Klassfahrt. Diese hatten uns Sponsoren (darunter der Chefarzt einer Suchtklinik im Schwarzwald, der Sozialbürgermeister der Stadt Freiburg, diverse Krankenkassen und Unternehmen aus der Regio) schon zuvor im Erfolgsfall zugesagt.
Übrigens, kennen Sie die Antwort auf folgende Frage:
Auf wie viele Einwohner in Deutschland kommt ein Zigarettenautomat?
Antwort:
Insgesamt gibt es in der EU 1,1 Mio Zigarettenautomaten. Davon steht die überwiegende Mehrheit in Deutschland, nämlich 820.000. Damit kommt in Deutschland auf etwa 100 Bewohner ein Zigarettenautomat. Besonders die im Freien stehenden Außenautomaten sind eine „typisch deutsche“ Einrichtung: 420.000 der insgesamt in der EU öffentlich aufgestellten 429.600 Automaten stehen an deutschen Straßen und Plätzen!
Wundert es Sie da etwa noch, dass sich die Deutsche Bundesregierung gegen ein umfassendes und europaweites Tabakwerbeverbot ausgesprochen hat!?





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