Zum Tode von Georg Salvamoser
Aktualisiert (Mittwoch, den 19. Januar 2011 um 15:16 Uhr) Geschrieben von: mhs Mittwoch, den 23. September 2009 um 14:09 Uhr
Die Schulgemeinschaft gedenkt des langjährigen Schulvaters und eines Pionieres der Solarwirtschaft.
Georg Salvamoser, der Unternehmer und Gründer der Freiburger Solarfabrik, ist am 20. September 2009 im Alter von 59 Jahren verstorben.

Geboren 1950 in Garmisch-Partenkirchen, zählte er zu den herausragenden Persönlichkeiten der Umweltwirtschaft und hat als innovativer Pionier und Unternehmer maßgeblich zur heutigen internationalen Bedeutung des Solarstandorts Freiburg beigetragen.
Der Freien Waldorfschule Freiburg-Wiehre war er über Jahre hinweg als Schulvater verbunden. Ihm verdanken wir nicht nur die ersten Solarmodule auf dem Dach des Festsaales sondern auch einen eindrucksvollen "Fenstervortrag" für die SchülerInnen der Oberstufe.
Nach seinem Studium der Wirtschaftsinformatik war Georg Salvamoser in mehreren Industrieunternehmen tätig, unter anderem in der Baubranche. Im Jahre 1991 ging er ein großes Wagnis ein: Er gab seine Tätigkeit bei einem Fertighaushersteller auf, verkaufte sein Einfamilienhaus im Schwarzwald und steckte sein ganzes Vermögen in eine Photovoltaik-Firma, um sich in der Solarbranche selbstständig zu machen.
Wie er später einem Mitglied unseres Lehrerkollegiums anvertraute, entschloss er sich zu dieser Lebenswende auch unter dem Eindruck jener Fragen, die sich ihm als Schulvater in der Auseinandersetzung mit der Waldorfpädagogik stellten.
Er gründete zunächst den Handwerksbetrieb Solar-Energie-Systeme zur Montage von Solarstromanlagen. 1996 folgte ein Schritt, der bundesweit für Aufsehen sorgte: Salvamoser gründete zusammen mit dem Schokoladenfabrikanten Alfred Ritter die Freiburger Solar-Fabrik. Die Entscheidung fiel in eine Zeit, als große Energiekonzerne ihre Fertigung gerade aus Deutschland abgezogen und ins Ausland verlagert hatten. Die Sonnenenergie, schien es, hatte in Deutschland keine Zukunft. Doch Georg Salvamoser glaubte fest daran und suchte die Herausforderung.
Er sollte Recht behalten. Ohne jegliche öffentliche Förderung gelang es ihm, die Solar-Fabrik am angeblich unprofitablen Produktionsstandort Deutschland aufzubauen und in die Gewinnzone zu führen. Damals war dies die einzige Produktionsstätte für Solarmodule in Deutschland. 1998 gründete er außerdem die Freiburger Solarstrom AG (SAG). Sie fungierte zunächst nur als eine Vertriebsfirma für die Module der Solar-Fabrik. In nur acht Wochen gelang es Georg Salvamoser für die SAG ("Deutschlands erste Solaraktie") 16 Millionen Mark von Bürgern zu akquirieren, ohne eine Mark in Werbung zu stecken.
Eine öffentliche Anerkennung seines Pioniergeistes blieb nicht aus. 1998 erhielt er den Deutschen Umweltpreis. Von dieser Ehrung profitierte auch das Unternehmen, das rasch wuchs. In der Folge nahmen die Geschäfte weiter Fahrt auf. 1999 startete das 100.000-Dächer-Programm. 2000 folgte das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien, dessen Novellierung 2004 der Solarbranche zum endgültigen Durchbruch verhalf. Bereits 2002 ging die Solar-Fabrik an die Börse. Der SPIEGEL kürte ihn gar zum Freiburger "Sonnenkönig" (SPIEGEL special 07/1999 vom 01.07.1999, Seite 44).
Zehn Jahre nach der Gründung des Unternehmens gab Georg Salvamoser seinen Posten als Vorstandsvorsitzender zum 1. Januar 2007 auf. Zum einen habe er sein Ziel erreicht, das Unternehmen international zu etablieren - im Laufe der Zeit entstanden Niederlassungen und Produktionsstätten in Singapur, Malaysia, Indien und den USA -, zum anderen nannte er gesundheitliche Gründe für diesen Schritt.
Der Branche blieb Georg Salvamoser aber verbunden, mit seiner Beratungsgesellschaft und als Vorsitzender des Bundesverbandes Solarwirtschaft, den er seit November 2007 führte.
Ein wesentlicher Teil seines Erfolges war seine unkomplizierte und zugleich doch stets verbindliche Art sowie seine unbändige Lebensfreude. Georg Salvamoser konnte Menschen für seine Ideen begeistern, sein Optimismus wirkte ansteckend auf seine Partner. Und er verband zwei wichtige Eigenschaften, die ein Solarunternehmer der ersten Stunde brauchte: Georg Salvamoser war einerseits getrieben von einer gesellschaftlichen Vision, nämlich dem Ziel, eine ökologisch verträgliche Energiewirtschaft aufzubauen. Damit erwarb er sich früh großen Respekt bei Umweltverbänden. Und er verfügte über die nötige Portion Pragmatismus und das unternehmerische Geschick, das nötig ist, um erfolgreich zu sein.
Auszeichnungen:
- 1996: zusammen mit der Solar-Fabrik ausgezeichnet beim bundesweiten Wettbewerb „Photovoltaik in Gebäuden“ des Bundesministers für Bildung und Forschung in Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Architekten
- 1997: Eurosolar-Preis 1997
- 1998: Umweltpreis der Bundesstiftung Umwelt für Leistungen in der Photovoltaik
- 1999: Preisträger beim Energy Globe Award
- 2000: Salvamosers Solar-Fabrik ist Leitprojekt des weltweiten Expo-2000-Exponats „Solarregion Freiburg“ und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt; im Rahmen der „Ideenwerkstatt Deutschland“, einer Sammlung von Porträtbüsten innovativer und herausragender deutscher Persönlichkeiten im Deutschen Pavillon der Expo 2000, wird auch Georg Salvamoser als vorbildlicher Unternehmer gezeigt
- 2003 und 2005: Finalist beim Wettbewerb Entrepreneur des Jahres
- 2007: Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg
(Quelle: www.wikipedia.de)





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