2010 - Das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung

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Aktualisiert (Samstag, den 27. Februar 2010 um 23:11 Uhr) Geschrieben von: mhs Sonntag, den 21. Februar 2010 um 20:22 Uhr

 



Das öffentliche Bewusstsein für die Risiken von Armut stärken und die Wahrnehmung für deren Ursachen und Auswirkungen schärfen

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Das sind Ziele des Europäischen Jahres, welches die Europäische Kommission für 2010 ausgerufen hat.

 

 

Lesen Sie hierzu

die Erklärung der Freien Waldorfschulen in Europa (European Council for Steiner Waldorf Education)

zur BEKÄMPFUNG VON ARMUT UND SOZIALER AUSGRENZUNG


........... (hier geht es weiter)

 

1. ECSWE engagiert sich 2010 in der europaweiten Kampagne, die Armut und soziale Ausgrenzung thematisiert. ECSWE wird mit gleichgesinnten Organisationen zusammenarbeiten, um das Bewusstsein von jeglicher Art von Armut und sozialer Ausgrenzung zu schärfen und diesen entgegenzuwirken.

2. Armut und soziale Ausgrenzung können materiell wie auch innerlich auf unterschiedliche Weise das individuelle Wohlbefinden des Menschen erheblich beeinträchtigen. ECSWE-Mitglieder betrachten Armut und soziale Ausgrenzung als komplexe Problemfelder, die sich auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen und in diversen kulturellen Zusammenhängen unterschiedlich manifestieren.

3. In vielen Erdteilen bleibt akute wirtschaftliche Armut ein Problem, wenn auch weniger in Europa. Hier treten andere Aspekte von Armut zunehmend in den Vordergrund, wie die Probleme von Trennung, Vereinsamung und Marginalisierung. Neben den positiven Aspekten neuer Technologien bewirkt die Zunahme elektronischer Medien und virtueller sozialer Netzwerke unter Kindern und Jugendlichen auch ungewollte Nebeneffekte, wie soziale Ausgrenzung und Mobbing. Wenn virtuelle Beziehungen den unmittelbaren sozialen Umgang ersetzen, kann das soziale Gewebe brüchig werden und zu Verzweiflung führen.

4. Bildungseinrichtungen, die aktiv bemüht sind, soziale und emotionale Intelligenz zu fördern, können dazu beitragen, Tendenzen einer sozialen Isolierung entgegenzuwirken, die eine sich entwickelnde Wissensgesellschaft nach sich zieht.

5. Waldorfschulen unternehmen ihre Arbeit aus Respekt vor dem einzelnen Kind und Jugendlichen und in Anerkennung universeller Menschenrechte. Großzügigkeit, Toleranz und Kooperation sind Werte, die soziales Gedeihen, wirtschaftlichen Wohlstand, ökologische Nachhaltigkeit und kreative Vielfalt unterstützen können. Sich entwickelnde Gesellschaftsformen bestehen aus Lerngemeinschaften, die Solidarität, Interdependenz und gegenseitige Unterstützung wachrufen, Geschlechts-, Alters- und alle sozio-kulturellen Unterschiede übergreifend.

6. Aktive Förderung der menschlichen und kulturellen Vielfalt gehört zum innersten Kern der Waldorfpädagogik. Ihr Bildungsansatz und ihre Gesinnung fußen auf einem praktischen Verständnis der facettenreichen Fülle menschlicher Beziehungen. Diese Fülle hat physische, soziale, emotionale und geistig-spirituelle Dimensionen. Die Vernachlässigung jeder dieser Dimensionen kann unmittelbar oder mittelbar in entsprechende Formen von Armut führen.

7. In diesem Sinne fordert das ECSWE seine Mitgliedsorganisationen und deren Schulen auf, Beispiele guter Praxis zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung zu veröffentlichen und von den Erfahrungen anderer zu lernen.


Verabschiedet von der ECSWE-Konferenz am 16. Januar 2010 in Pressburg/Bratislava (Slowakei)