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Rückblick auf unsere Zirkusgala

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Aktualisiert (Mittwoch, den 19. Januar 2011 um 14:32 Uhr) Geschrieben von: Jochen Schmid-Kramer (E) Donnerstag, den 30. Dezember 2010 um 09:13 Uhr

 

 

Circensische Kostbarkeiten


Der Schulzirkus feierte sein 50jähriges Jubiläum mit einer grandiosen Gala.

Der gute alte Herr Weidringer. Mit sichtbarer Freude trat der Zirkusdirektor in die Manege, den Zylinder auf dem Kopf, die Binde um den Bauch und den Schalk im Nacken. Der gute Herr Weidringer. Wer, wenn nicht er, der über Jahrzehnte den Chef in der Manege gemimt hatte, vermochte die Erinnerung an 50 Jahre Zirkus in der Freien Waldorfschule Wiehre wachzurufen? Das tat der Herr Weidringer denn auch mit Nachdruck und feinen Worten.


 

Er kündigte für die Gala im Festsaal "eine circensische Kostbarkeit" nach der anderen an, Manegenkunst "der gehobenen Kompetenzklasse" oder auch "Akrobaten aus der eigenen Zucht". Selbst eine "Schöne an der Gardine" wusste er anzusagen, worunter eine Künstlerin am Tuch zu verstehen war. Der Herr Weidringer machte seine Sache gut und lustig, und man muss vor seiner Lebensleistung den Hut, wenn nicht gar den Zylinder ziehen. Er ist selbst eine circensische Kostbarkeit der gehobenen Kompetenzklasse und überdies aus eigener Zucht. Tusch!

Dann aber Manege frei für die kunterbunte Artistenschar! Jungs mit ansehnlichem Waschbrettbauch turnten kraftvoll am Mast. Gitanos in Glitzerpracht zeigten Körperhaltung am Trapez. Das Rosinchen tapperte herein und hob behend ein Bein von vielen. Drei Mädels ließen die Einräder rollen und die Augen gleich mit. Fliegende Akrobaten, Diabolo im Dunkeln, swingende Kunst und solche an den Ringen, und immer wieder demonstrierte Gelenkigkeit auf der Matte und am Mast. Noch nie gesehen: Akrobatik im Fischernetz - ein Gastauftritt des Circus Albireo. Ebenso wie der "Striptease" auf schwankendem Seil. Angesichts des atemberaubenden Hosenwechsels blieb sogar dem Zirkusdirektor die Spucke weg, und er seufzte: "Unsereins hat ja schon Mü he, die Hosen so anzuziehen." Das Programm von jung und alt, für alt und jung hielt sich auf diesem hohen Niveau und lief keinerlei Gefahr, abzustürzen.

Noch hervorzuheben: die gastierende Edelschlampe Geraldine (mit bürgerlichem Namen Sarah Berle und schon als Waldorfschülerin eine auffallend begnadete Akrobatin), die mit Lolly und Handtasche den Mast stürmte. Und natürlich die beiden Clowns, Mark und Lion. Die lieferten sich virtuose Duelle in den Disziplinen Einrad-Kollidieren, Tischgetrommel und Matte-betreten-verboten.

 

Am Ende ein grosser Dank an diese grandiose Truppe vor und hinter den Scheinwerfern, an die ebenso grossartige Zirkusband und natürlich auch an die „grauen Eminenzen“ des ganzen Unternehmens, die an unsichtbaren Fäden die Geschicke des Zirkus leiten. Eine Aufgabe, die inzwischen so angewachsen ist, dass Gerlinde Idler und Alexander Koekebakker ihr Leitungsduo zu einem Leitungsquartett erweitert haben: mit Isabell Noel und Fabian Flender.

 

Und was meinte der Herr Weidringer selbst dazu? "Ich bedanke mich bei mir. Es war mir ein seelisches Laubhüttenfest". Wir bedanken uns auch!


 

Jochen Schmid-Kramer (E)