Das besondere Schulprofil
Der künstlerisch-handwerkliche Unterricht hat eine besondere Aufgabe zu erfüllen. Er ist keineswegs als Selbstzweck anzusehen, sondern steht unmittelbar in Zusammenhang mit den anderen Unterrichtsfächern. Hierzu sagte Rudolf Steiner im ersten Vortrag des Pädagogischen Ergänzungskurses: „Es zerfällt der Unterricht im Wesentlichen in zwei Teile, die allerdings immer ineinandergreifen: in einen Teil, wo wir dem Kind etwas beibringen, an dem es sich mit seiner Geschicklichkeit, mit seiner ganzen Leiblichkeit betätigt, wo wir das Kind in eine Art Selbständigkeit bringen ... Der andere Teil des Unterrichts ist der betrachtende Teil, wo wir das Kind anschauen lassen, wo wir das Kind auf etwas hinweisen ... Das Entscheidende ist das Ineinandergreifen des willensbetonten Unterrichts mit dem mehr betrachtenden Unterricht. Gewöhnlich weiß man gar nicht, wie viel der Lehrer besonders bei einem betrachtenden Unterricht, z. B. beim Geschichtsunterricht, von einem anderen Lehrer hat, der mehr auf die Geschicklichkeit und Fertigkeit hinzuarbeiten hat; und umgekehrt ...“
Der Handwerksunterricht gewinnt dadurch eine unerhörte Bedeutung hinsichtlich der Stärkung von Durchhaltekraft und Ausdauer. Im handwerklich-künstlerischen Tun begegnet Spontan-Schöpferisches den Aspekten der Planung und Durchführung; die Geschicklichkeit begegnet der Einfühlung in den Werkstoff; das Begreifen und das Erfassen von Gestaltungsprinzipien einem gegründeten, lebenspraktischen Denken. Wo Gefühl und Wille sich mit dem Intellekt verbinden, gelangt man zu einer höheren Erkenntniskraft.
Diesem Ziel sollte sich nach unserer Auffassung der künstlerisch-handwerkliche Unterricht verpflichtet fühlen.
„Nur der das Zarteste schafft, kann das Stärkste schaffen.“ (Hugo von Hofmannsthal, 1874-1929)
Unsere Schule hat im handwerklich-künstlerischen Bereich folgendes Profil:
5. Klasse: Handschnitzen, kleine Modellierarbeiten (Gruppengröße 12-14 Schüler, 2 Fachstunden pro Woche)
6., 7. Und 8. Klasse: Mittelstufenwerken, überwiegend Holzbearbeitung (Gruppengröße 12-14 Schüler, 2 Fachstunden pro Woche) In der Oberstufe finden Werkepochen statt (5–6 Wochen à 3 x 2 Fachstunden)9. Klasse: Korbflechten, Kupfertreiben, Schreinern, Schneidern, Malen, Lebenskunde
10. Klasse: Plastizieren, Spinnen, Schreinern, Schmieden, Malen, Technologie
11. Klasse: Buchbinden, Plastizieren, Holzgestalten, Schmieden, Malen, Technologie
12. Klasse: Plastizieren, Malen, Steinhauen






RSS Feed abonnieren